Der Todesmarsch von Königsberg, der Hauptstadt der Provinz Ostpreußen, durch das Samland nach Palmnicken und das anschließende Massaker am Ostseestrand mit etwa 4.500 ermordeten Jüdinnen und Juden Ende Januar 1945 – mitten im Chaos der großen Flucht der Zivilbevölkerung vor der Roten Armee – waren lange völlig vergessen. Noch heute sind die Ereignisse weitgehend unbekannt, selbst in Fachkreisen. Dabei handelt es sich um die umfangreichste Massenerschießung auf deutschem Boden.
Angesichts der Frontlage im Spätsommer 1944 forderte das Luftwaffenbauamt Königsberg im KZ Stutthof Häftlinge für den Ausbau von Flugplätzen und Landebahnen zur Verteidigung Ostpreußens an. Der Kommandant des KZ Stutthof, SS-Sturmbannführer Paul Werner Hoppe (1910–1974), befahl daher am 21. September die „Einrichtung der Außenarbeitslager Gerdauen, Schippenbeil, Jesau, Heiligenbeil und Seerappen“ in Ostpreußen. Zwischen dem 20. und 22. Januar 1945 räumte die SS diese Lager und trieb die Häftlinge über Königsberg nach Palmnicken.
Der Vortrag rekonstruiert das historische Geschehen in Ostpreußen vom Sommer 1944 bis zum Frühjahr 1945, bietet Einblicke in Zeitzeugenaussagen und gerichtliche Ermittlungen. Darüber hinaus geht er Fragen des Gedenkens an das Ereignis nach.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Instituts für Zeitgeschichte mit dem Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur an der LMU München.
Uwe Neumärker ist Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.
ORT
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